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17.01.2020, 09:01 Uhr
Bäumer informiert sich in Frankreich über Endlagerung radioaktiver Abfälle
Zusammen mit Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) und anderen Teilnehmern ist der Glandorfer Landtagsabgeordnete Martin Bäumer (CDU) diese Woche nach Frankreich gereist. Im Untertagelabor im nordöstlichen Bure konnte sich die Delegation über die Endlagerung radioaktiver Abfälle im Tongestein informieren.
„Die Reise hat mir neue Eindrücke zur Endlagerung radioaktiver Abfälle gebracht“, bilanziert Bäumer. So wurde ihm glaubhaft vermittelt, dass neben Salz auch Ton ein geeigneter Wirtsgestein ist. Dies ist entscheidend, wenn spätestens Ende des Jahres die Debatte um die Endlager-Suche neu entflammt. Im bundesweiten Suchprozess soll es dann eine Karte mit potenziellen Gebieten, die für die Endlagerung geeignet sein könnten, geben. Niedersachsen könnte damit wieder in den Fokus rücken. „Wir sollten auch über andere Lösungen nachdenken, als die bisherigen“, sagt Bäumer. Frankreich zeige, wie man radioaktiven Müll lagern könnte. Der CDU-Umweltpolitiker unterstrich die niedersächsische Forderung nach einem transparenten und offenen Suchprozess. „Dass einzelne Bundesländer politisch erklären, dass sie ungeeignet sind, schafft kein Vertrauen“, erklärte Bäumer.

Das Untertagelabors Bure liegt im Osten des Pariser Beckens. Diese geologische Großstruktur nimmt fast den gesamten Norden und Teile Zentralfrankreichs ein. Im Zentrum der ZIRA (zone d’intérêt pour la reconnaissance approfondie) sind die Tonsteine des Callovo-Oxfordium ca. 150 m mächtig und liegen in einer Tiefe von etwa 450 bis 600 m. Aufgrund seines hohen Tonmineralanteils besitzt das Wirtsgestein die Eigenschaft Radionuklide durch Sorption zurückzuhalten.

Auf dem Reiseplan standen unter anderem die Besichtigung des Untertagelabors in Bure und des angeschlossenen Technologie- und Informationszentrums zum CIGEO (Centre industriel de stockage géologique). Besucht wurde auch eine Endlagerstätte für kurzlebige schwach- und mittelradioaktive Abfälle (Centre de stockage de l'Aube, CSA).

Schon im vergangenen Jahr war Bäumer in Finnland, um sich die dortigen Endlager anzuschauen. Wegen den geografischen Begebenheiten lagern die Finnen ihren radioaktiven Abfall in Granitgestein.

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